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25. August 2014

Alleebäume in Sachsen - 1.800 Fällungen innerhalb von drei Jahren, kaum Nachpflanzungen (Kopie 1)


1.800 Alleebäume wurden zwischen 2011 und 2013 an sächsischen Staats- und Bundesstraßen gefällt. Dies geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage von Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Landtagsfraktion Sachsen, hervor.
Derzeit stehen rd. 13.000 Alleebäume an sächsischen Bundesstraßen und rd. 23.000 Bäume an Staatsstraßen in einer Allee.
Der Landkreis Nordsachsen ist mit rd. 4.500 Alleebäumen an Bundesstraßen und rd. 4.400 an Staatsstraßen der alleenreichste Landkreis in Sachsen.

"Sowohl an Bundes- wie auch an Staatsstraßen wurden zwischen 2011 und 2013 durchschnittlich fünf Prozent des Alleenbestands gefällt. Im Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge ist die Zahl der gefällten Alleebäume mit zehn Prozent besonders hoch. Gab es dort 2011 noch 1.439 Alleebäume an Staatsstraßen und 322 an Bundesstraßen, waren es 2013 nur noch 1.273 Alleebäume an Staatsstraßen und 314 an Bundesstraßen", listet Kallenbach auf.

"Die Nachpflanzung von 400 Bäumen an Bundesstraßen und rd. 1.000 Bäumen an Staatsstraßen in ganz Sachsen innerhalb von drei Jahren reichen nicht aus, um den Baumverlust zu bremsen. Doch anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen, senkt die Staatsregierung die Standards für Nachpflanzungen."

"Weil nie alles gedeiht, was neu gepflanzt wird, sollten mindestens drei junge Bäume für einen gefällten Baum nachgepflanzt werden. Damit kann man sicherstellen, dass der Gesamtbestand von Straßenbäumen wenigstens der Zahl nach erhalten bliebe, wenn schon die ökologischen Leistungen wie die Sauerstoffproduktion geringer ausfallen. Doch selbst von dieser Minimalforderung ist Sachsens Staatsregierung meilenweit entfernt."

"Trotz zunehmenden Bürgerengagements, wenn es um den Schutz von Bäumen geht, haben insbesondere Straßenbäume bei Staatsregierung und Verwaltung eine schwache Lobby. Schnell ist die Säge angesetzt, um Bäume als Hindernis für Baumaßnahmen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit zu beseitigen."

"Deutlich langsamer bewegen sich die zuständigen Verwaltungen hingegen, wenn es darum geht, die entstandenen Lücken zu füllen. Dabei sind speziell Alleen Kulturgüter von ganz besonderem Wert. Baumschutz war und ist Sachsens CDU-geführten Staatsregierungen völlig egal", sagt Kallenbach.

» Kleine Anfrage "Entwicklung der Alleen an Bundes- und Staatsstraßen in Sachsen zwischen 2011 und 2013" (Drs 5/14657)


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