
Zerstört Streusalz die Alleen in Sachsen?
"Man könnte mit dem Salz auf jedem Quadratmeter dieser Straßen eine Portion Nudeln kochen", hat Gerald van den Boogaart, Professor an der Fakultät für Mathematik und Information an der TU Freiberg ausgerechnet. Die insgesamt 14.200 Tonnen Streusalt entsprechen rund 8,7 Kilogramm Salz pro Straßenmeter. Gute vier Kilogramm davon sind im Schnitt in die Umgebung abgeflossen.
Tobias Mehnert, Vorsitzender des Naturschutzverbandes Sachsen, sieht darin eine große Gefahr für die Natur. Durch die erhöhte Salzkonzentration in den Böden können sich erstens Pflanzen ansiedeln, die in der Region keine natürliche Verbreitung haben. Zweitens führe das Salz zu Verbrennungsschäden an den Pflanzen und Mangelzuständen im Boden. Dadurch können die Bäume trotz ausreichender Niederschläge nicht mehr genpgend Wasser aufnehmen und vertrocknen.
Mehnert ist überzeugt, dass sich der Salzverbrauch durch präzisere Wetterprognosen und neue Dosiertechniken erheblich reduzieren ließe. Am besten sei jedoch die rechtzeitige Schneeräumung. "Je früher das erfolgt, desto leichter lässt sich der Schnee entfernen." Streusalz müsste gar nicht erst eingesetzt werden.
Hintergrund:
Rechnet man Autobahnen, Gemeindestraßen und Gehwege mit ein, sind in den letzten sechs Jahren im Gebiet Mittelsachsen rund 78.316 Tonnen Salz gestreut worden. Dies wird in Bezug auf die übrigen sächsischen Regionen leicht variieren. Die schwerwiegenden Folgen für die Umwelt bleiben jedoch die gleichen.
