
Das traurige Schicksal der Buche am Promenadenring
Einst gab es in diesem Bereich einen umfangreichen und sehr schönen Bestand alter Buchen. Dieser wurde Mitte der 90er Jahre drastisch reduziert, weil hier ein Parkdeck entstehen sollte. Dafür wurden die Bäume für krank erklärt und abgesägt, obwohl das Parkdeck-Projekt noch gar nicht spruchreif war – und später auch komplett ins Wasser fiel. Die nachfolgend auf dem Parkplatz angepflanzten junge Bäume waren gerade aus dem Gröbsten heraus, als ein neues Projekt anstand. Im Jahre 2003 wurde dem Stadtrat der Plan für einen Regenwasser-Rückhaltebehälter vorgelegt. Da das Bauwerk unter dem Parkplatz verschwinden sollte und die Kosten vom Abwasserzweckverband getragen wurden, gab es keine große Diskussion. Nur hatten weder die Stadtverwaltung noch die Projektanten an die Bäume gedacht.
Nur dem energischen Eingreifen der PDS-Stadtratsfraktion (der ich damals angehörte) war es zu verdanken, dass vier der nachgepflanzten Bäume, von denen einer durch die Bauarbeiten bereits stark beschädigt war, auf den Alten Friedhof umgesetzt wurden. Dort haben sie sich gut eingelebt und bilden nun eine großartige Ergänzung zum Bestand der älteren Bäume. Dieses Beispiel zeigt, dass es Alternativen zum üblichen Abholzen gibt, man muss sie nur suchen und wollen!
(...) Da die letzten beiden alten Buchen am Promenadenring natürlich nicht umgesetzt werden konnten, sollten sie während der Bauarbeiten zusätzlich gewässert werden. Dies ist erfolgt, aber wie sich nun zeigt, sind offensichtlich die langfristigen Wirkungen des unmittelbar an das Wurzelwerk heranführenden unterirdischen Baus – sicher verstärkt durch die lang anhaltende Trockenheit - leider so negativ, dass eine von beiden nun abgestorben ist. Damit hat sich der einstmals großartige Buchenbestand in diesem Bereich, der gerade für eine vom Verkehr durchflutete Innenstadt von enormer Bedeutung wäre, auf eine einzige reduziert.
Ich habe mich an den Löbauer Oberbürgermeister gewendet mit der Bitte um Auskunft, welche Maßnahmen als notwendig erachtet werden, um die letzte Buche zu schützen, welche Schadenersatzforderungen gegenüber dem Verursacher geltend gemacht werden und wo und in welchem Umfang Nachpflanzungen erfolgen. (Text: Bettina Simon)

